Köln Ferronales
Standort:
Zeitplan:
09:00 - 20:00 Uhr und Samstag 10:00 - 15:00 Uhr.
Kosten:
Die Colonia Ferronales entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts (etwa zwischen 1897 und 1900) als Wohnsiedlung für amerikanische Ingenieure und technisches Personal, die in den Werkstätten der mexikanischen Zentralbahn beschäftigt waren. Mit der Ankunft des ersten Zuges im Jahr 1884 und dem Bau eines neuen Bahnhofs zwischen 1910 und 1911 wurde diese Siedlung zu einem integralen Bestandteil des industriellen Wachstums der Stadt.
Die Colonia besteht aus etwa 40 bis 60 einstöckigen Häusern mit Holzkonstruktion. Charakteristisch sind die Satteldächer, Schornsteine, Keller, Dachböden, Veranden und großzügigen Gärten. Die gepflasterten Straßen werden von großen Bäumen gesäumt und vermitteln die ruhige Atmosphäre eines amerikanischen Vororts. Die homogene Typologie – Häuser mit ähnlichem Stil und ähnlicher Größe – spiegelt ein geplantes Wohnkonzept für hochrangige Eisenbahner wider.
Nach der Verstaatlichung der Öl- und Eisenbahnindustrie kehrten 1937 viele US-amerikanische Ingenieure in ihr Heimatland zurück, und die Häuser wurden anschließend von mexikanischen Ingenieuren bewohnt. Seit den 1950er Jahren verlor die Siedlung jedoch zunehmend ihre spezialisierte Bewohnerschaft. In dieser Zeit begann eine teilweise Vernachlässigung, begleitet vom Verfall einiger Fassaden und Straßen, obwohl es den Bewohnern gelungen ist, den architektonischen Charakter des Viertels zu bewahren.
Obwohl es bislang keine offizielle Denkmalschutz-Erklärung durch das Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) gibt – lediglich eine Überwachung –, wurde die Kolonie zum Gegenstand bürgerschaftlicher Initiativen und institutioneller Vorschläge, um ihren Schutz durch das INAH oder das Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura (INBA) zu sichern. In den letzten Jahren haben die Anwohner angesichts der Bedrohung durch städtische Bauprojekte – darunter Hotels, Einkaufszentren und neue Straßen – Eingriffe in die ursprüngliche Struktur gemeldet, wie etwa die Entfernung von Pflastersteinen und mögliche Schäden an Fundamenten ohne Betonbasis.
Heute gilt Ferronales als eines der außergewöhnlichsten städtischen Vermächtnisse von Aguascalientes: ein Beispiel amerikanisch geprägter Eisenbahnarchitektur, einzigartig in seiner Art im ganzen Land. Die Kolonie ist eine historische „Insel“ mitten in der Entwicklung des Korridors „Tres Centurias“ und des Bahnhofsviertels. Gleichzeitig ist sie ein gemeinschaftlicher Identitätsraum, der größtenteils von Nachkommen der ursprünglichen Familien bewohnt wird, die den architektonischen und kulturellen Charakter dieses Ortes lebendig erhalten möchten.