Francisco Díaz de León

Geburt:

1897 in Aguascalientes, Mexiko.

Tod:

29. Dezember 1975 in Mexiko-Stadt, Mexiko.

Beruf:

Graveur, Illustrator, Fotograf und Redaktionsdesigner.

Im Jahr 1897 wurde in Aguascalientes, im Herzen des alten Viertels Triana, einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts geboren. Als Sohn eines Typografen und Buchbinders wuchs er umgeben von Buchstaben, Papier und Druckwerkzeugen auf – eine Umgebung, die schon früh seine künstlerische Sensibilität weckte.

Sein Talent zeigte sich schnell. Als Jugendlicher, während er in den Werkstätten der Ferrocarril Central Mexicano (Mexikanische Zentralbahn) arbeitete, legte er das Zeichnen nie beiseite. Zusammen mit seinem lebenslangen Freund Gabriel Fernández Ledesma organisierte er seine erste Ausstellung in einem kleinen Raum der Eisenbahn. Diese bescheidene Geste erregte die Aufmerksamkeit des damaligen Gouverneurs Antonio Norzagaray, der angesichts ihres Potenzials ein Stipendium für ein Kunststudium in der Hauptstadt des Landes anbot.

Von Aguascalientes in die Welt der Kunst

Im Jahr 1917 kam Díaz de León nach Mexiko-Stadt und trat in die Academia de San Carlos ein, wo er die großzügige Unterstützung eines der großen Meister der mexikanischen Malerei erhielt: Saturnino Herrán. Dort erlernte er die Techniken der Ölmalerei, Kohle und Pastell, entwickelte aber auch eine Faszination für die Grafik, die seine gesamte Laufbahn prägen sollte.

In dieser Phase lernte er den Künstler Jean Charlot kennen, der ihn in den Holzschnitt einführte – eine Technik, in der Díaz de León eine unübertroffene Meisterschaft erreichen sollte. Er war ein geborener Innovator: 1924 schuf er den ersten Linolschnitt in Mexiko und ebnete damit den Weg für neue technische Möglichkeiten der grafischen Künste des Landes.

Ein leidenschaftlicher Lehrer und Gründer von Institutionen

Sein pädagogisches Talent führte dazu, dass er schon in jungen Jahren Professor an der Academia de San Carlos wurde. Später leitete er die Freiluftmalschule von Tlalpan, arbeitete in der legendären Grafikwerkstatt (Taller de Grabado) mit und gründete 1928 eines seiner wichtigsten Werke: die Buchkunstschule (Escuela de Artes del Libro), das erste Zentrum in Mexiko, das sich der Ausbildung von Graveuren, Redaktionsdesignern, Typografen und Buchspezialisten widmete. Diese Institution prägte Generationen von Künstlern und hinterließ tiefe Spuren in der künstlerischen Ausbildung des Landes.

Díaz de León kombinierte seine Lehrtätigkeit mit einer intensiven Aktivität als Kulturförderer. Er war Co-Direktor des Kunstraums des Bildungsministeriums (SEP), Gründungsmitglied des Seminario de Cultura Mexicana, Teil der Academia de Artes und aktiver Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften und Kulturpublikationen.

Pionier des mexikanischen Grafikdesigns

Neben seiner Tätigkeit als Grafiker war er Illustrator, Fotograf und Redaktionsdesigner. Seine moderne und elegante Vision führte ihn zur Mitarbeit an Zeitschriften wie Pegaso, Forma, Dyn, Mexican Art & Life und vielen anderen.

Er illustrierte auch grundlegende Bücher und wirkte an Verlagsprojekten mit, die heute Teil der Designgeschichte Mexikos sind.

Zu seinen sichtbarsten Beiträgen gehören:

Das Logo des Fondo de Cultura Económica, einer der wichtigsten Verlage der spanischsprachigen Welt.

Das offizielle Wappen der Stadt Aguascalientes, das bis heute verwendet wird.

Das Logo der Academia de Artes.

Seine Arbeit half dabei, die mexikanische visuelle Identität der Mitte des 20. Jahrhunderts zu definieren, was ihn zu einem wahren Pionier des nationalen Grafikdesigns machte.

Weltweite Anerkennung.

Das Talent von Francisco Díaz de León überschritt Grenzen. Er erhielt die Goldmedaille auf der Iberoamerikanischen Ausstellung in Sevilla 1930, gewann Preise in den Vereinigten Staaten und wurde 1969 mit dem Nationalen Kunstpreis (Premio Nacional de Artes) geehrt, der höchsten Auszeichnung, die die mexikanische Regierung einem Schöpfer verleiht.

Seine Werke reisten durch Museen, Privatsammlungen und internationale Ausstellungen und machten ihn zu einer Schlüsselfigur der lateinamerikanischen Grafik.

Vermächtnis und Erinnerung

Im Laufe seines Lebens trug er zudem eine beeindruckende Privatsammlung zusammen. Im Jahr 2008 spendeten seine Töchter dem Museum Andrés Blaisten mehr als 5.000 Stücke, darunter eigene Werke, Vizekönigliche Stiche, Stücke aus dem 19. Jahrhundert und Werke seiner Zeitgenossen. Es ist ein unschätzbares Zeugnis für die Liebe, die Díaz de León für das Buch und das gedruckte Bild empfand.

Francisco Díaz de León verstarb am 29. Dezember 1975 in Mexiko-Stadt. Sein Vermächtnis lebt in jeder Grafikwerkstatt, in jedem illustrierten Buch und in jedem Schüler weiter, der die Kunst des Druckens entdeckt.

Heute bedeutet ein Besuch in Aguascalientes auch, sich dem Ursprung dieses Meisters zu nähern, dessen Werk die visuelle Ästhetik des Landes prägte. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass aus einem kleinen Viertel und mit bescheidenen Werkzeugen Künstler hervorgehen können, die die Welt verändern.